Programm 2026

ab 09:15 Uhr

Registrierung & Besuch der Fachausstellung mit Business-Frühstück


09:45 Uhr

Begrüßung und Einführung durch den Veranstalter


09:50 Uhr

Der Mensch im Mittelpunkt: Roches KI-Strategie

  • Vortragsinhalte

    Roche Pharma denkt die traditionelle digitale Transformation neu. Daniele Iacovelli, Head of SVP bei Roche nimmt Sie in seinem Vortrag mit auf die digitale Reise des Pharmakonzerns. Er erklärt, wie Roche monolithische Systeme und isolierte Funktionsbereiche aufbricht und einen neuen, integrierten Ansatz verfolgt, der Lean-Prinzipien mit digitalen Werkzeuge, wie z.B. generative KI verbindet. Daniele erläutert, warum dazu modulare (Composable) Architektur nötig ist, wie ein „Quarterback-Systems“ den digitalen Overhead reduziert und wie Roche ein Governance-Modell entwickelt, das Mitarbeitende befähigt, Innovationen voranzutreiben und gleichzeitig die Skalierbarkeit im gesamten Unternehmen ermöglicht.


    Erfahren Sie


    •  wie Roche die Bereiche Digital, IT und Operational Excellence integriert, um nachhaltigen Geschäftserfolg zu schaffen.
    • welche Hürden beim Wandel von monolithischen Systemen hin zu flexiblen, modularen Architekturen zu überwinden sind.
    • wie generative KI (GenAI), die operativen Mitarbeitende bei regulierten Aufgaben unterstützt.
Anke Geipel-Kern, Redaktion PROCESS

Danielle Iacovelli
Global Head Roche Digital Technology, Roche Pharma PT


10:20 Uhr

„Operations IQ“: Warum KI in der Prozessindustrie nur mit Kontext erfolgreich wird und wie Daten, Wissen und Organisationsabläufe zur Basis skalierbarer KI werden

  • Vortragsinhalte

    Generative KI wird den Betrieb nicht dadurch transformieren, dass man einen weiteren Assistenten auf fragmentierte Systeme setzt. Messbaren Mehrwert schafft KI erst dann, wenn sie versteht, wie Arbeit in der Organisation tatsächlich abläuft, was operative Daten fachlich bedeuten und welches Wissen belastbar und vertrauenswürdig ist. In diesem Vortrag zeigt Microsoft, wie Work IQ, Fabric IQ und Foundry IQ gemeinsam eine Intelligence Layer für Operations bilden – und damit Menschen, Prozessdaten und institutionelles Wissen zusammenführen. So entstehen nicht nur bessere Antworten, sondern verlässlichere Entscheidungen, schnellere Abstimmung und ein realistischer Weg von einzelnen KI-Piloten hin zu skalierbarem operativem Nutzen.

Anke Geipel-Kern, Redaktion PROCESS

Robert Feldmann

DIR Manufacturing Industry, Microsoft Deutschland GmbH


10:50 Uhr

Zwischen Potenzial und Aufwand: Wie der unsichtbare Tüftler die Lücke zur Optimierung schließt

  • Vortragsinhalte

    Informationen folgen

Anke Geipel-Kern, Redaktion PROCESS

N.N.

Siemens AG


ab 11:20 Uhr

Frühstücks- und Kaffeegenuss (30 Minuten)


11:50 Uhr

Agentische KI zum modellbasierten Prozessdesign: Paretolösung als Grundlage

  • Vortragsinhalte

    Prozessdesign ist ein mehrkriterielles Optimierungsproblem: Möglichst hochwertige Produkte sollen zu möglichst geringen Invest- und Betriebskosten in ausreichender Menge produziert werden. Die sich daraus ergebenden bestmöglichen Kompromisse bilden die Menge von Paretolösungen. Diese können auf Grundlage von Fließbildsimulationen durch adaptive Skalarisierungsverfahren numerisch effizient durch wenige charakteristische Punkte dargestellt werden. Dies erlaubt es dem Entscheider, gemäß individueller Präferenzen interaktiv die Zielerfüllung auszubalancieren [1].  


    Dieser Prozess kann zeitaufwändig sein und erfordert vom Nutzer ein gutes Verständnis des Konzepts von Paretolösungen. Der Einsatz agentischer KI-Verfahren kann 

    hierbei unterstützen: Anstatt eigenständig nach geeigneten Kompromissen zu suchen, formuliert der Nutzer nur noch die Anforderungen an die gesuchte Lösung (z. B. „minimaler Energiebedarf bei mindestens 99,9 % Reinheit“ oder „maximale Reinheit bei begrenzter Heizleistung von 100 kW“). Die eigentliche Suche wird dann von einem Agenten übernommen, der wie folgt vorgeht: 


    •  Die Vorgaben des Nutzers werden interpretiert,  
    •  ein Plan an Operationen, welche die Optimierungsalgorithmen bereitstellen, wird erzeugt, um zu einer neuen Lösung zu gelangen, 
    • der Plan wird ausgeführt, und 
    • die neue Lösung wird interpretiert. 

    Dieses Vorgehen wird so lange wiederholt, bis der Agent eine passende Antwort auf die Anfrage des Anwenders gefunden hat.  


    In dem Vortrag wird die technische Umsetzung des Agenten adressiert; darüber hinaus wird die Funktionsweise innerhalb des gesamten Workflows und der Nutzen anhand industriell relevanter Praxisbeispiele demonstriert.  


    [1] Bortz, M., Burger, J., Asprion, N., Blagov, S., Böttcher, R., Nowak, U., ... & Hasse, H. (2014). Multicriteria optimization in chemical process design and decision support by navigation on Pareto sets. Computers & chemical engineering, 60, 354-363. 

Anke Geipel-Kern, Redaktion PROCESS

Dr. David Mogalle
Fraunhofer Institut für Techno- und Wirtschaftsmathematik (ITWM) 

11:50 Uhr

Wie gewinne ich das Gold aus meinen Daten?

  • Vortragsinhalte

    Unser Fachvortrag greift gezielt eine der zentralen Herausforderungen der Branche auf: Daten sind vorhanden – ihr Wert entsteht erst durch Qualität, Verfügbarkeit und Integration. Unterschiedliche Systeme, fehlende Standards und uneinheitliche Datenqualitäten verhindern häufig die durchgängige Nutzung. Genau hier entscheidet sich, ob Technologien wie Data Analytics oder KI echten Mehrwert liefern können.


    Der Vortrag vermittelt eine strukturierte Perspektive, wie sich diese Herausforderungen lösen lassen – fachlich und fundiert. Im Mittelpunkt stehen Best Practices aus der Prozessindustrie.


    Konkret werden folgende Themen beleuchtet:

    • durchgängige Datenflüsse und Interoperabilität in der Prozessindustrie
    • das Zusammenspiel von ERP, Datenplattformen (z. B. Microsoft Fabric), Data & Analytics und KI
    • die zentrale Rolle von Datenqualität und verfügbarkeit als Grundlage für KI
    • Integration heterogener Datenquellen über System- und Plattformgrenzen hinweg
    • Data-Science-Perspektiven auf die Aufbereitung, Nutzung und Rückführung von Daten in operative Prozesse 
Anke Geipel-Kern, Redaktion PROCESS

Torsten Harnack

Industry Manager, COSMO CONSULT SSC GmbH

Anke Geipel-Kern, Redaktion PROCESS

Christoph Tomitza

Consultant Data & AI, COSMO CONSULT SSC GmbH


12:20 Uhr

Seamless Engineering in den Phasen des Pre-Engineering bis zur Automatisierung durch die Integration der Domänenmodelle BIM und DEXPI

  • Vortragsinhalte

    Durch Energiekrisen sind Sanierungen, Umnutzungen und „Brownfield-Projekte“ an Bestandsgebäuden und -anlagen im Fokus. Insbesondere bei Brownfield-Projekten hat das Pre-Engineering einen entscheidenden Einfluss auf Projektverlauf und Umsetzung. Hier werden Varianten untersucht und Rahmenbedingungen gesetzt, die einen hohen Einfluss auf die Projektkosten haben. In der Gebäudeplanung und -ausrüstung (TGA), wird die BIM-Methode auf Basis der „Industry Foundation Classes“ (IFC) eingesetzt. Für die Planung verfahrenstechnischer Anlagen werden Standards wie DEXPI (Data Exchange in the Process Industry“-Standard) entwickelt.


    Heute finden diese Planungsprozesse weitgehende unabhängig voneinander statt und eine integrierte Betrachtung von Gebäudeausrüstung und Anlage findet kaum Berücksichtigung. Das führt zu Planungsfehlern und erschwert eine integrierte Betrachtung der Energiesysteme für die Sektorkopplung. Eine Ergänzung der Gebäude-Domäne um Anlagenmodelle oder umgekehrt führt zu unnötig komplexen Modellen, die in der Vorplanung und insbesondere für KMU nicht handhabbar sind.


    In diesem Vortrag zeigen wir, wie wir diese Standards IFC und DEXPI integrieren und für die Variantenplanung sowie Risiko- und Fehleranalyse aufbereiten und nutzen. Diese Daten können sowohl im 3D-, 2D-Modell und der Virtual- und Augmented Reality visualisiert und analysiert werden. Änderungen können angezeigt und exportiert werden. Für die Risikoanalyse können die geplanten Betriebsarten und Funktionen aus den Colored P&IDs direkt im 3D und in der AR/ VR-Umgebung farblich visualisiert werden.

Anke Geipel-Kern, Redaktion PROCESS

Wolfgang Welscher
Geschäftsführer, X-Visual

Technologies GmbH

12:20 Uhr

Offene Standards & Interoperabilität als Basis für die digitale Transformation

Vom heterogenen Engineering zur durchgängigen Datenpipeline in Brownfield- und Greenfield-Projekten

  • Vortragsinhalte

    Digitale Transformation in der Prozessindustrie scheitert selten an einzelnen Tools – häufig scheitert sie an Medienbrüchen, uneinheitlichen Datenmodellen und schwer integrierbaren Systemlandschaften. Gerade in Brownfield- und Greenfield-Projekten treffen unterschiedliche Leitsysteme, SPS-Plattformen, Feldbusse, Engineering-Werkzeuge und Simulationsumgebungen aufeinander. Daraus entstehen typische Herausforderungen: doppelte Datenhaltung, inkonsistente Tag- und IO-Strukturen, hoher manueller Änderungsaufwand sowie späte Fehlererkennung in FAT, SAT oder Inbetriebnahme.


    Der Vortrag zeigt anhand praxisnaher Engineering- und Automatisierungsbeispiele, wie offene Standards, strukturierte Datenmodelle und ein ETL-orientierter Engineering-Ansatz zur Grundlage echter Interoperabilität werden können. Im Fokus stehen Schnittstellen zwischen ABB Freelance, Siemens S7-1500, Safety-Systemen, OPC-Kommunikation, PROFIBUS/PROFINET-Kopplungen und Simulationsumgebungen wie SIMIT.


    Ein Praxisbeispiel zeigt, wie Engineering-Daten aus unterschiedlichen Quellen automatisiert extrahiert, normalisiert und für PLC, Simulation, Dokumentation und virtuelle Inbetriebnahme nutzbar gemacht werden. Dadurch wird Simulation nicht nur zum Testwerkzeug, sondern zum Integrations-Hub zwischen Engineering, Automatisierung und Inbetriebnahme.


    Kernaussage: Standards allein lösen keine Interoperabilität. Entscheidend sind konsistente Datenmodelle, klare Schnittstellen und ein durchgängiger Datenfluss über Tool- und Vendor-Grenzen hinweg.

Anke Geipel-Kern, Redaktion PROCESS

Andreas Hauser

SPIEGLTEC GmbH


12:50 Uhr

Wie MTP die Grundlage für ein nahtloses Engineering-Tool liefert

  • Vortragsinhalte

    Das Engineering moderner Prozessanlagen soll mit deren Ansprüchen nach mehr Flexibilität, kürzere Time-to-Market und geringeren Kosten skalieren. In der Praxis wird diese Vision jedoch häufig durch fragmentierte Engineering-Prozesse gebremst: Prozessmodelle, PFDs, P&IDs, Functional Design Specifications und I/O-Listen entstehen oft in getrennten Werkzeugen und müssen manuell zusammengeführt werden. Der Vortrag zeigt, wie das Module Type Package (MTP) als semantische Grundlage genutzt werden kann, um diese Informationen von Beginn an strukturiert, konsistent und wiederverwendbar aufzubauen und zu nutzen.


    Im Mittelpunkt steht das Konzept des requirement MTPs (rMTP): Es beschreibt bereits in frühen Engineering-Phasen, welche Funktionen, Services, Schnittstellen, HMI-Informationen und Kommunikationsstrukturen eine Prozesseinheit bereitstellen soll. Dadurch wird MTP nicht erst am Ende der Automatisierung relevant, sondern dient als roter Faden vom Prozessmodell über PFD und P&ID bis zur späteren Integration, Qualifikation und zum Lifecycle Management. So entsteht die Grundlage für ein nahtloses Engineering-Tool, das manuelle Übergaben reduziert, Wissen wiederverwendbar macht und die Zusammenarbeit zwischen Verfahrenstechnik, Automatisierung und Systemintegration verbessert.

Anke Geipel-Kern, Redaktion PROCESS

Dr. Philipp Wetterich

Project Manager, SEMODIA GmbH 

Anke Geipel-Kern, Redaktion PROCESS

Yaroslav Khilai

Leitung EMBEDDED Software bei PAVIS Engineering

12:50 Uhr

Unlocking the Value of Existing Data – Wie vorhandene Anlagendaten zum 

Wettbewerbsvorteil werden

  • Vortragsinhalte

    In vielen Prozessanlagen schlummert ein erheblicher Datenschatz: Feld- und Gerätedaten sind bereits vorhanden, werden jedoch im täglichen Betrieb nur begrenzt genutzt. Aus Sicht der Anwender liegt die Herausforderung nicht in der Datenerfassung, sondern im

    einfachen, sicheren und herstellerunabhängigen Zugriff auf diese Informationen, um sie beispielsweise für Optimierung und Diagnose zu nutzen.


    Der Vortrag greift genau diese Perspektive auf und zeigt, wie sich dieser „Schatz“ 

    systematisch heben lässt. Anstatt neue Datenquellen zu erschließen, liegt der Fokus auf der Nutzung bestehender Daten.


    Mit NAMUR Open Architecture (NOA), dem standardisierten Informationsmodell PA-DIM und OPC UA steht ein aus Anwendersicht entwickelter technologischer Ansatz zur 

    Verfügung, der einen durchgängigen Zugriff auf vorhandene Gerätedaten ermöglicht – ohne Eingriff in die bestehende Automatisierung.

    Anhand praxisnaher Beispiele wird gezeigt, wie daraus konkrete Mehrwerte entstehen: bessere Transparenz im Anlagenbetrieb, frühzeitige Erkennung von Problemen sowie die Grundlage für weiterführende datenbasierte Anwendungen.

    Der Vortrag richtet sich an Anwender und Entscheider, die vorhandene Datenbestände effizient erschließen und direkt in betrieblichen Mehrwert überführen möchten.

Anke Geipel-Kern, Redaktion PROCESS

Kurt Polzer
Geschäftsführer, Polzer Automation Solutions


ab 13:20 Uhr

Lunch, Networking & Besuch der Fachausstellung


14:20 Uhr

Shopfloor, aber smart - Wie wir mit SAP DM Standard neu denken

  • Vortragsinhalte

    SAP Digital Manufacturing verbindet Shopfloor-Prozesse, ERP-Integration und moderne Bedienkonzepte zu einer zukunftsfähigen Fertigungsplattform. Durch Low-Code- und No-Code-Ansätze können Unternehmen Anforderungen schneller umsetzen und gleichzeitig komplexe Eigenentwicklungen reduzieren. Der Vortrag zeigt, wie SAP DM Transparenz, Standardisierung und Flexibilität auf dem Shopfloor vereint. Im Mittelpunkt steht der praktische Nutzen: weniger Wartung, bessere Steuerung und ein skalierbares Zielbild für die digitale Produktion.

Anke Geipel-Kern, Redaktion PROCESS

Stefan Läcke

Convista Consulting AG 

Anke Geipel-Kern, Redaktion PROCESS

Isabel Hermens

Convista Consulting AG


ab 14:50 Uhr

Wechselpause mit Zeit für Verpflegung


15:00 Uhr

MTP 2.0 -  Qualitätsaspekte, erste Erfahrungen aus dem Markt, Neues aus der Entwicklung (PROFIBUS Nutzerorganisation e.V)

  • Vortragsinhalte

    Mit der Veröffentlichung von MTP 2.0 hat der Standard einen wichtigen Entwicklungsschritt erreicht. Die neuen Spezifikationen schaffen mehr Klarheit, verbessern die Qualität der erzeugten Module Type Packages und bilden die Grundlage für eine breitere industrielle Anwendung. Gleichzeitig wächst das Ökosystem kontinuierlich. Immer mehr Hersteller integrieren MTP in ihre Produkte, erste Projekte werden produktiv umgesetzt und neue Werkzeuge unterstützen Engineering, Validierung und Qualifizierung.


    Der Vortrag gibt einen aktuellen Überblick über den Stand der MTP-2.0-Entwicklung innerhalb der PROFIBUS & PROFINET International (PI). Vorgestellt werden die wesentlichen Neuerungen des Standards, aktuelle Arbeiten in den zuständigen Arbeitsgruppen, die nächsten Entwicklungsschritte sowie geplante Maßnahmen zur Qualitätssicherung und Qualifizierung.


    Darüber hinaus werden erste Erfahrungen aus den Go-to-Market-Aktivitäten vorgestellt. Dazu gehören Rückmeldungen aus Webinaren, Workshops und Industrieveranstaltungen sowie Erkenntnisse aus ersten MTP-2.0-Implementierungen. Es wird aufgezeigt, welche Anforderungen Anwender und Hersteller heute an MTP stellen, welche Fragestellungen aktuell im Mittelpunkt stehen und welche Maßnahmen innerhalb der PI ergriffen werden, um die Markteinführung weiter zu unterstützen.


    Der Vortrag richtet sich an Hersteller, Integratoren und Betreiber, die den aktuellen Entwicklungsstand von MTP 2.0 kennenlernen und einen Ausblick auf die nächsten Schritte der Standardisierung, Qualifizierung und Markteinführung erhalten möchten.

Anke Geipel-Kern, Redaktion PROCESS

Anna Menschner

Semodia GmbH

15:00 Uhr

Process-X Datenraumkonzepte für ein standortweites Energiemanagement

  • Vortragsinhalte

    In Chemieparks, in denen mehrere produzierende Firmen ansässig sind, erfolgt die Energieversorgung meist durch zentrale Erzeugungsanlagen, die Energieträger mit festgelegten Parametern bereitstellen, z.B. Dampf auf festen Druckniveaus. Dieser  Prozessdampf wird standortweit an verschiedenen Unternehmen und Produktionsbetriebe über feste Rohrleitungssystem geliefert und abschließend über betriebsinterne Infrastrukturen verteilt und entsprechend der im Anlagenteil herrschenden Prozessanforderungen direkt genutzt oder auf andere Druckniveaus entspannt. Studien haben ergeben, dass sich im standortübergreifenden Dampfmanagement ein erhebliches Einsparpotential für Energieeffizienz und CO2-reduktionen ergibt.Die Dampfabnehmer (Produktionsbetriebe) führen dazu klassische Energiemanagementaktivitäten nach ISO 50001 durch und fokussieren sich dabei primär auf betriebsinterne oder betriebsübergreifende Potentiale innerhalb des eigenen Unternehmens. Ein noch unzureichend verfolgter Ansatz zur Steigerung der Energieeffizienz betrifft die verstärkte Flexibilisierung und bedarfsgerechte Dampferzeugung. Dazu ist es nötig, dass Dampfbedarfe und Dampfbereitstellungspotentiale in kurzfristigen Abständen und regelmäßig zwischen Anlagenbetreibern und Infrastrukturunternehmen an einem Chemiestandort gegenseitig 

    ausgetauscht werden. Unterstützt muss dieser Ansatz durch neue Geschäftsmodelle, die den 

    Aufwand zur Erstellung und Aggregation von Dampfprognosen auf Seiten der Anlagenbetreiber motiviert.


    Ein Ansatz zu dem dazu nötigen unternehmensübergreifenden Datenaustausch, der durch eine kollaborative Datennutzung realisiert werden kann, wurde in einer initialen

    Industrieinitiative Process-X untersucht. Eine Übermittlung regelmäßiger Dampfprognosen ermöglicht dem Energieversorger das Besicherungsniveau den prognostizierten Verbräuchen anzupassen und somit Primärenergie in der Erzeugung einzusparen. Dies ist mit einer direkten Kosteneinsparung und Senkung des CO2-Fußabdrucks verbunden. Bei Kenntnis aller Prognosen am Standort bietet dieses Vorgehen ein signifikantes Einsparpotential.

    Der Kongressbeitrag erläutert dazu einen sich in der Umsetzung befindenden industriellen Anwendungsfall eines firmenübergreifenden Dampfmanagements auf Basis von 

    Verwaltungsschalen und Datenraumkonzepten an einem Chemiestandort in NRW.

Anke Geipel-Kern, Redaktion PROCESS

Dr. Christian von Trotha

Currenta GmbH & Co. OHG

Anke Geipel-Kern, Redaktion PROCESS

Dr. Udo Enste

LeiKon GmbH


15:30 Uhr

Semantische Interoperabilität durch die AAS: Die Basis für KI-gestützte Prozessoptimierung im Brownfield

  • Vortragsinhalte

    In der modernen Prozessindustrie stellt die datengetriebene Optimierung von Anlagenparametern eine essenzielle Stellgröße zur Sicherung der globalen Wettbewerbsfähigkeit dar. Während die  reine Verfügbarkeit von Daten oftmals gegeben ist, scheitert deren effiziente Nutzung häufig an mangelnder semantischer Kohärenz. In vielen Bestandsanlagen (Brownfield) führt eine ausge prägte Systemfragmentierung und Heterogenität zu hohem manuellem Aufwand im Datenmanagement. Ohne eine standardisierte Datenebene bleibt der Weg von der bloßen Konnektivität hin zu KI-basierten Anwendungsfällen versperrt.  Der vorgestellte Lösungsansatz orientiert sich an einem fünfstufigen Modell der digitalen Transformation – von der Konnektivität bis zum autonomen Betrieb. Kernstück ist die Implementierung einer semantischen Datenschicht unter konsequenter Nutzung offener Standards wie der Asset 

    Administration Shell (AAS). Durch die Abbildung von Asset-Informationen in einer interoperablen Verwaltungsschale wird die notwendige Transparenz geschaffen, um komplexe Abhängigkeiten innerhalb der Prozesskette aufzulösen. 


    Die praktische Validierung dieses Ansatzes erfolgt anhand einer praxiserprobten Implementie

    rung aus der Gießereitechnik mit komplexer thermischer und fluidischer Prozessdynamik. Hier führten instabile Prozessparameter (u. a. Druck und Temperatur) zu Qualitätsmängeln in Form von Lunkern. Durch die Schaffung einer semantischen Datenebene konnten heterogene Sensor- und 

    Prozessdaten erfolgreich fusioniert werden, um die Basis für eine prädiktive KI-Analyse zur Qualitätsoptimierung zu schaffen. Abschließend werden die wichtigsten Erkenntnisse synthetisiert und die Skalierbarkeit auf wei

    tere Anwendungsfelder der Verfahrenstechnik diskutiert.  

Anke Geipel-Kern, Redaktion PROCESS

Jan Mertes

Senior Consultant & Integrator Digital Manufacturing, em engineering methods AG

15:30 Uhr

DEXPI 2.0: Lebenszyklusdaten von Anlagen im Griff (Asset Lifecycle information management based on DEXPI 2.0)

  • Vortragsinhalte

    Die Vorteile eines digitalen, auf einem Informationsmodell basierenden, Engineerings gegenüber dem “klassischen”, auf analogen Verfahrensfließbildern (PFD) und 

    Rohrleitungs- und Instrumentierungsfließbildern (P&ID) basierenden Engineering, wurden mittlerweile von vielen Beteiligten erkannt. Die vollen Vorteile werden 

    generiert, wenn man standardisierte Informationsmodelle über den gesamten 

    Lebenszyklus der Anlagen nutzt. Die in realen Projekte gesammelten Erfahrungen 

    zeigen eine bis zu 40% gestiegene Effizienz im Engineering, zwischen 10-30% schnellere Planung und deutliche Verbesserung der Datenqualität und damit weniger Nacharbeit beim Bau der Anlagen. 


    Darüber hinaus zeigen die aktuellen Entwicklungen der künstlichen Intelligenz, dass diese in der Prozessindustrie nur erfolgreich sind, wenn die Daten in semantischen Informationsmodellen vorliegen. 


    Um die Anwendung digitalen Engineerings zu unterstützen und die Informationsmodelle über den Lebenszyklus zu harmonisieren, hat die DEXPI e.V. seit 2022 vier internationale PIDMIC- Kongresse (“Process Industry Data Model Integration Congress”) mit den internationalen Verbänden durchgeführt, die sich mit Datenmodellen beschäftigen, sowie Harmonisierungsprojekte initiiert. 

    Diese Arbeiten wurden in einem internationalen Best Practice Dokument „Asset Lifecycle Information Management - Methodology, Principles and Information Models“ 

    zusammengeführt, welches im Februar diesen Jahres gemeinsam von 9 

    internationalen Verbänden der Prozessindustrie veröffentlicht wurde .


    Im Vortrag werden die Vorteile des Einsatzes von Informationsmodellen über den Lebenszyklus dargestellt, die Grundlagen erläutert, sowie die Informationsmodelle und die Best Practice mit „Use Cases“ vorgestellt. 


    Die wesentlichen Voraussetzungen für die Anwendung der Informationsmodelle - 

    Einheitliche Definitionen - - 

    Notwendige Standardisierung der Abwicklung von  Investitionsprojekten  Grundlegende Prinzipien der Informationsmodelle wie die Unterscheidung zwischen Prozess- und Anlagenmodel, sowie Spezifizierung der technischen Objekte (tag) und den Daten der physischen Objekte (Equipment) 

    werden erläutert. 

    Das „Best Practice Document“ erfüllt damit eine vergleichbare Funktion für die 

    Prozessindustrie wie die Iso 19650 im Building Information Management. 

Anke Geipel-Kern, Redaktion PROCESS
Anke Geipel-Kern, Redaktion PROCESS

Gregor Tolksdorf

Evonik Industries AG

Anke Geipel-Kern, Redaktion PROCESS

Heiner Temmen

DEXPI e.V.

Anke Geipel-Kern, Redaktion PROCESS

Wilhelm Otten

Wotten Consulting


ab 16:00 Uhr

Kaffeegenuss, Networking & Besuch der Fachausstellung


16:30 Uhr

Von Standardisieren zu Skalieren: Wie MTP, AAS und semantische Modelle den Weg zu Industrial AI ebnen

  • Vortragsinhalte

    Modulare Anlagenkonzepte sind etabliert – doch in der Praxis bleibt die Skalierung häufig hinter den Erwartungen zurück. Individuelle Integrationen, fehlender Datenkontext und begrenzte 

    Wiederverwendbarkeit verhindern die durchgängige Umsetzung von „Seamless Engineering“. 

    In diesem Tandem-Vortrag zeigen Merck und COPA-DATA anhand konkreter Use Cases, wie Module Type Package (MTP) heute erfolgreich eingesetzt wird, wo die Stärken liegen – und an welchen Stellen aktuelle Grenzen sichtbar werden. Aufbauend darauf wird deutlich, warum Standardisierung allein nicht ausreicht, um Modularisierung in die Skalierung zu überführen. COPA-DATA greift diese Praxiserfahrungen auf und zeigt, wie die Asset Administration Shell (AAS) – insbesondere in Kombination mit semantischen Modellen und Ontologien – als durchgängige Daten- und Kontextschicht wirkt. Erst diese semantische Beschreibung ermöglicht 

    echte Interoperabilität und schafft die Grundlage für automatisierte Engineering-Prozesse, datengetriebene Optimierung und den Einsatz von KI. Ein Ausblick zeigt, wie auf dieser Basis KI-Agenten über standardisierte Schnittstellen wie das Model Context Protocol (MCP) auf industrielle Systeme zugreifen und kontextbasierte Entscheidungen ermöglichen - von der reaktiven Automatisierung hin zu adaptiven, lernenden Systemen. 

Anke Geipel-Kern, Redaktion PROCESS

Dr. Andreas Bamberg

Executive Director,

Merck Group

Anke Geipel-Kern, Redaktion PROCESS

Frank Hägele

Vertriebsleiter und

Prokurist Copa Data


17:00 Uhr

Verabschiedung & Ende der Veranstaltung


ABENDVERANSTALTUNG

ab 18:00 Uhr

Ausklang & Networking im Würzburger Hofbräukeller

(Impressionen der Abendveranstaltung 2025)

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